KASACHISCHE TRADITIONEN
In den weiten Steppen Zentralasiens entfaltet sich die kasachische Kultur und verbindet nomadisches Erbe mit vielfältigen Einflüssen. Sie ist eine lebendige Symphonie aus Gastfreundschaft, Musik und Reitsport, mit Aromen und Handwerkskunst, die die Tradition widerspiegeln. In diesem reichen Gefüge werden der Islam und die Natur hoch geschätzt und verkörpern Widerstandskraft und Gemeinschaftssinn.
Qonaqasy ("Qonaq" - Gast, "as" - Essen) — eine Tradition, Gäste willkommen zu heißen und ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, indem man Essen, Unterkunft und Unterhaltung bietet.

Je nach Umständen seiner Ankunft wird ein Gast als "arnayy konak" - speziell eingeladener Gast, "kudayy konak" - zufälliger Reisender oder "kydyrma konak" - unerwarteter Besucher bezeichnet.
Shashu (streuen) — ein Ritual, das Wohlstand, ein süßes Leben und Überfluss symbolisiert. Süßigkeiten, Kekse, Bonbons und Münzen werden bei wichtigen Ereignissen wie Verlobungen, Hochzeiten, Geburten oder Beschneidungen über die Gäste gestreut, als Zeichen des Segens und der Fülle.

Wenn das Shashu nicht sofort gesammelt wird, kann es später eingesammelt und mitgenommen werden. Kinder lieben diese Tradition besonders und nehmen daher am häufigsten daran teil.


Shashu bei einem Fest
Bet Sipau (das Gesicht berühren) bedeutet, nach dem „Bata“ - Segen mit den Händen über das Gesicht zu streichen. Kasachen sind großzügig mit guten Wünschen, daher sind Segensworte oft am Tisch oder am Dastarkhan zu hören. Sie werden meist von den Ältesten der Familie oder den Gastgebern ausgesprochen.

Beim Abschied formen die Gäste ihre Hände zu einer Schale, als ob sie mit Gnade gefüllt wäre, und streichen sich anschließend über das Gesicht. Auf diese Weise nehmen sie alle ausgesprochenen guten Wünsche auf.


"Bata alu" (einen Segen erhalten)
Das Bild zeigt ein Kind, das von einem Älteren gesegnet wird

Tusau Kesu (die Fesseln durchtrennen) — eine Tradition zur Feier der ersten Gehversuche eines Kindes. Die Beine des Kindes werden mit einer schwarz-weißen Schnur gebunden, die das Gute und das Schlechte im Leben symbolisiert.


Nachdem die Fesseln durchtrennt wurden, führt dieselbe Person das Kind an beiden Händen entlang eines weißen Weges, an dessen Ende mehrere Gegenstände liegen: ein Apfel, ein Buch, Geld und eine Dombra. Die Kasachen glauben, dass die Zukunft des Kindes durch den gewählten Gegenstand bestimmt wird.


Wählt es den Apfel, wird es immer genug zu essen haben; wählt es das Buch, wird es einen klugen und neugierigen Geist haben; wählt es Geld, wird es reich sein; wählt es die Dombra, wird es kreativ und künstlerisch sein.

Das Tusaukeser
Shildehana — eine Feier, die mit der Geburt eines Kindes verbunden ist.

Nach alter kasachischer Tradition werden Neugeborene in den ersten 40 Lebenstagen vor der Öffentlichkeit geschützt. In dieser Zeit werden ihre Haare und Nägel nicht geschnitten, als Schutzmaßnahme, die ihre Abwehrkräfte gegen negative Einflüsse und dunkle Kräfte stärken soll.
Betashar ("bet" - Gesicht, "ashu" - öffnen) — ein Brauch (oft bei Hochzeiten), bei dem der Schleier vom Gesicht der Braut gehoben wird. Heute wird ein Mullah eingeladen, der ein improvisiertes Lied vorträgt und dabei die Verwandten des Bräutigams erwähnt.

Während seines Vortrags muss sich die Braut jedes Mal verbeugen, wenn sie einen Namen hört. Nach dem Lied hebt die Mutter des Bräutigams den Schleier.

Suinshi — eine Tradition, bei der man dem Überbringer guter Nachrichten ein Geschenk macht.

Die Person, die gute Nachrichten bringt, sagt "Suinshi-Suinshi!". Ist der Hausherr mit den Nachrichten zufrieden, kann er ihm ein Geschenk geben.